Category Archives: Medizin und Gesundheit

Schliessung des Bucher Bürgerhauses

VORÜBERGEHENDE SCHLIESSUNG!

Bucher Bürgerhaus

Bucher Bürgerhaus

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Neue Anordnung des Senats wegen Corona-Virus

Pressemitteilung vom 14.03.2020

Der Senat von Berlin informiert:

Der Berliner Senat hat heute beschlossen, dass in Berlin ab sofort alle öffentlichen und nichtöffentlichen Veranstaltungen ab 50 Teilnehmern untersagt sind. Kneipen, Clubs, Spielhallen, Spielbanken, Messen, Wettannahmestellen und ähnliche Unternehmen dürfen nicht mehr für den Publikumsverkehr geöffnet werden.

Dasselbe gilt für Kinos, Theater, Konzerthäuser, Museen, Ausstellungen und ähnliche Einrichtungen und Vergnügungsstätten, ebenso für Prostitutionsstätten.

Für öffentliche und nichtöffentliche Veranstaltungen bis 50 Personen muss der Veranstalter eine Anwesenheitsliste führen, die Name, Adresse, Anschrift und Telefonnummer erhält. Diese Liste muss mindestens vier Wochen aufbewahrt werden und auf Verlangen des Gesundheitsamtes vollständig ausgehändigt werden.

Ausnahmen gibt es für Restaurants und Gaststätten. Gaststätten, die die Voraussetzungen einer Rauchergaststätte im Sinne des Nichtraucherschutzgesetzes erfüllen, dürfen nicht für den Publikumsverkehr öffnen.

Gaststätten, in denen vor Ort zubereitete Speisen verabreicht werden, dürfen öffnen, allerdings nur, wenn die Tische mindestens 1,5 Meter Abstand voneinander haben.

Der Sportbetrieb auf allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, in Schwimmbädern und Fitnessstudios wird untersagt.

Auch der Besuch in Krankenhäusern wird eingeschränkt. Patientinnen und Patienten dürfen keinen Besuch empfangen. Ausgenommen sind Patientinnen und Patienten unter 16 Jahren und Schwerstkranke. Einmal am Tag dürfen sie für eine Stunde eine Person empfangen, allerdings keine, die eine Atemwegserkrankung vorweisen.

Pflegeheimbewohner dürfen ebenfalls nur einmal am Tag Besuch empfangen, allerdings keine Kinder unter 16 Jahren oder Menschen mit Atemwegserkrankungen.

Schulen schließen am Montag 16. März (Oberstufenzentren) bzw. Dienstag 17. März (alle anderen Schulen). Prüfungen dürfen durchgeführt werden, wenn ein Abstand von 1,5 Meter eingehalten wird. Kindertagesstätten dürfen ab dem 17. März nur noch eine Notbetreuung von Kindern solcher Personen anbieten, deren berufliche Tätigkeit für die Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens (Kritische Infrastrukturen) insbesondere für die Krankenpflege unabdingbar sind. Die zuständige Senatsverwaltung entscheidet über die Auswahl der Einrichtungen.

Gesetzliche Grundlage für diese Rechtsgrundlage ist das Infektionsschutzgesetz. Diese Verordnung tritt heute in Kraft und wird sofort angewendet.

Die Verordnung ist hier zu finden: https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/rathaus-aktuell/2020/meldung.906890.php

Höhere Bildung, weniger Bewegung

Ein Team um Dr. Lina Jaeschke und Professor Tobias Pischon vom MDC hat untersucht, welche individuellen Faktoren mit mehr und welche mit weniger körperlicher Aktivität verbunden sind. Die in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlichten Ergebnisse halten so manche Überraschung parat.

Bewegung tut bekanntlich gut. Tatsächlich lässt sich das Risiko für nahezu alle chronischen Erkrankungen durch einen aktiven Lebensstil senken. Das haben bereits viele große Studien gezeigt. Recht unklar war die Datenlage jedoch bislang zu der Frage, welche individuellen Faktoren – zum Beispiel Alter, Geschlecht, Gewicht und Bildung – die körperliche Aktivität nachweislich, also mit hoher Evidenz, beeinflussen.

„Solche Studien wurden bisher meist mithilfe von Fragebögen vorgenommen, die nur bedingt valide Daten zum tatsächlichen Aktivitätslevel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer hervorbringen“, sagt Dr. Lina Jaeschke aus der MDC-Arbeitsgruppe „Molekulare Epidemiologie,“ die von Professor Tobias Pischon geleitet wird. „Zudem war bislang nur wenig darüber bekannt, welche konkreten Faktoren dazu führen, dass eine Person mehr oder weniger Zeit in körperlich mehr oder weniger anstrengender Aktivität verbringt.“

Fast 250 Teilnehmende haben sieben Tage und Nächte ein Bewegungsmessgerät getragen. © NAKO Gesundheitsstudie

Ein Messgerät an der Hüfte
Jaeschke und Pischon wollten es genauer wissen und führten daher gemeinsam mit weiteren 26 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Deutschland eine Untersuchung durch, bei der die körperliche Aktivität der Teilnehmenden mit einem an der Hüfte getragenen Bewegungsmessgerät, einem Akzelerometer, gemessen wurde.

Solche Geräte zeichnen die Beschleunigung auf und erlauben eine umfassende Bestimmung der körperlichen Aktivität einer Person über mehrere Tage hinweg – rund um die Uhr. In der Regel liefern sie außerdem zuverlässigere Ergebnisse als die weit verbreiteten Fitness-Armbänder. „Mit unserer Studie wollten wir dazu beitragen, all jene Personengruppen aufzuspüren, die ein besonders niedriges Aktivitätslevel aufweisen – um sie mit öffentlichen Maßnahmen noch besser und gezielt ansprechen zu können“, sagt die Erstautorin Jaeschke.

Anke Brodmerkel, MDC

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Campus Berlin-Buch

NAKO Gesundheitsstudie

 

Aktionsmonat gesunder Darm

Aktionsmonat gesunder Darm: Angst vor Darmkrebsvorsorge größer als Angst vor Krebs?

Darmspiegelung ist Darmkrebsvorsorge.

Der März steht ganz im Zeichen der Aufklärung und Prävention von Darmkrebs, denn frühes Erkennen könnte viele Darmkrebsfälle verhindern oder heilen. Aber warum ist die Angst vor der Darmkrebsvorsorge, besonders der Darmspiegelung, oft größer als die Angst vor dem Krebs?

Drei Fragen dazu beantwortet Prof. Dr. med. Frank Kolligs, Chefarzt der Inneren Medizin und Gastroenterologie, Leiter des Interdisziplinären Endoskopiezentrums sowie stellv. Leiter des Darmzentrums im Helios Klinikum Berlin-Buch:

Warum ist Darmkrebsvorsorge so wichtig?
Jedes Jahr sterben deutschlandweit mehr als 24.000 Menschen an den Folgen von Darmkrebs. Bei Männern ist Darmkrebs die dritthäufigste und bei Frauen die zweithäufigste Tumorerkrankung. Das muss nicht sein, denn keine andere Krebsart bietet als Vorsorge eine so optimale Früherkennung wie die Darmspiegelung. Je früher Darmkrebs erkannt wird, umso besser sind die Heilungschancen.

Copyright: Helios-Klinikum Buch

 

Wer kann an Darmkrebs erkranken?
Die Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken, hängt von vielen Faktoren ab. Einige sind genetisch familiär bedingt, andere durch den Lebensstil von jedem selbst beeinflussbar. Darmkrebs zeigt am Anfang meist keine Symptome und der Betroffene merkt nichts. Deshalb ist die Darmspiegelung als Vorsorge so wichtig. Gut ist auch, dass die Überlebenschancen für Krebspatienten in den letzten Jahren dank moderner Therapien gestiegen sind. Eine angepasste Ernährung, eine gute Wund- und Stomapflege, Physiotherapie und viel Bewegung können den Heilungsprozess unterstützen sowie den selbstbestimmten Alltag Betroffener sichern.

Was empfehlen Sie?
Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und viel Bewegung, nicht Rauchen und wenig Alkohol trinken. Keiner sollte Angst vor der Darmspiegelung haben, jeder die Chancen zur Vorsorge nutzen und spätestens ab dem Lebensalter von 50 bzw. 55 Jahren einen Termin zur Darmspiegelung machen. Bei einer Darmspiegelung kann der Arzt Polypen als Vorstufe von Darmkrebs entdecken und gleichzeitig entfernen. Außerdem ist bei dieser endoskopischen Untersuchung ein Darmkrebs in sehr frühen Stadien erkenn- und gut heilbar.

Bitte vormerken:

Am Mittwoch, den 18. März von 16:00 bis 17:00 Uhr sind Chefarzt Prof. Dr. Frank Kolligs und der Leitende Oberarzt Christof Kurz für Sie im Live-Chat. Nutzen Sie für Ihre Fragen an die Medizinexperten zum Thema „Darmspiegelung ist Darmkrebsvorsorge!“ gerne bis zum 17. März unsere Social Media Kanäle.

Quelle: PM Helios-Klinikum Buch vom 04. 03. 2020

Helios-Gesundheitsmagazin Online

Wunder finden – mit Bienen-Superhelden, Farbwelten und Traumorten

FRÖBEL-Einrichtungen haben deutschlandweit spannende Projekte zum Thema „Wunder finden – pädagogische Arbeit sichtbar machen“ dokumentiert. Die Ergebnisse dieses Jahresmottos zaubern dem Betrachter ein Lächeln ins Gesicht, einige machen auch nachdenklich, aber alle regen zum Nachmachen an. 15 Projekte sind in Form einer Wanderausstellung derzeit im Foyer vom Helios Klinikum Berlin- Buch zu sehen.

Ausstellung im Helios-Klinikum Buch Alle Rechte: Helios-Klinikum Buch

Kinder suchen nach Antworten auf Fragen wie: Wo kommt der Honig her? Wie machen wir alles bunter? Was wissen wir über Hunde? Warum ist diese Spinne grün? 17 Ausstellungsposter geben Einblick in Kinderwelten sowie Anregungen und Ideen für die pädagogische Arbeit. Zu sehen ist die Ausstellung täglich bis Ende März bei freiem Eintritt.

Frühkindliche Bildung ist Aufgabe der gesamten Gesellschaft.

„In diesem Sinne verstehen wir unsere Kindertageseinrichtungen als Teil der Gesellschaft, der Kommune und des Stadtteils“, sagt Martina Grznar von der Hauptgeschäftsstelle der FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbH.

Das pädagogische Konzept beschreibt die Haltung aller Akteure: Offenheit, Respekt, Wertschätzung und Toleranz. Grznar: „Angelehnt an die pädagogische Dokumentation zeigen wir auf den Postern Vielfalt, Kreativität und damit die besondere Qualität der Arbeit in unseren Kindertageseinrichtungen.“

Helios und FRÖBEL eröffneten vor gut zwei Jahren einen betriebsnahen Kindergarten mit 70 Plätzen in Berlin-Buch. Konzeptionelle Schwerpunkte sind Gesundheit & Bewegung sowie MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Die Einrichtung befindet sich in einem historischen Gebäude und einem angeschlossenen Neubau auf dem Klinikgelände. Helios und FRÖBEL haben darin einen betriebsnahen Kindergarten errichtet, der sowohl Mitarbeitern aus dem Unternehmen Betreuungsplätze für ihre Kinder bietet als auch Berliner Familien aus der Umgebung offensteht. Helios Mitarbeiter haben bei der Platzvergabe Vorrang. Erweiterte Öffnungszeiten bieten ein modernes, zeitgemäßes und familienorientiertes Betreuungsangebot.

Alle Rechte: Helios-Klinikum Buch

„Ein Kindergarten, der auf diese besonderen Bedürfnisse eingeht, trägt entscheidend dazu bei, Familie und Beruf zu vereinbaren“, sagt Pflegedirektorin Sylvia Lehmann.

Einzigartig in Berlin ist der in den Kindergarten integrierte Gastkinderbereich für Geschwister von Kindern, die im Klinikum behandelt werden. Sie werden von einer pädagogischen Fachkraft begleitet, die ihnen ein Stück normalen Kindergartenalltag bietet.

Die FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbH ist mit 190 Kindergärten, Krippen und Horten Deutschlands größter überregionaler freigemeinnütziger Träger von Kindertageseinrichtungen. In Berlin betreibt FRÖBEL derzeit 27 Kindergärten. Rund 800 Fachkräfte stehen für eine liebevolle Betreuung und einen hohen Anspruch an die Qualität pädagogischer Arbeit.

(Quelle: PM Helios-Klinikum Buch vom 21. 02. 2020 )

FRÖBEL-Kindergarten Sonne, Mond und Sterne

 

Helios-Klinikum Berlin-Buch

Nierenkrebs an der Wurzel packen

Forschende am MDC haben die Stammzellen entdeckt, die für die häufigste Art Nierenkrebs verantwortlich sind. Das Team von Walter Birchmeier hat zudem einen Weg gefunden, das Wachstum dieser Tumore in drei Modellen der Erkrankung zu blockieren.

Krebszellen sind nicht alle gleich. Tumore enthalten gefährliche Krebsstammzellen, die Metastasen erzeugen und die Erkrankung erneut hervorbringen können, wenn sie der Behandlung entgehen. Das macht sie zu einem wesentlichen Angriffspunkt von Therapien – wenn Wissenschaftler*innen sie isolieren und ihre Schwächen erforschen können. Doch die Zellen sind meistens so selten, dass sie für viele Krebsarten noch gar nicht gefunden wurden.

Menschliche ccRCC-Organoide unter dem Mikroskop, markiert mit fluoreszenten Farbstoffen. Die Forschenden haben Krebsstammzellen von Patient*innen gewonnen und daraus im Labor Miniaturversionen der Nierentumore gezüchtet. Die Struktur der Organoide ähnelt der der Tumore, an denen die Patient*innen leiden. Sie enthalten dieselben Zelltypen. Foto: AG W. Birchmeier, MDC.

Gemeinsam mit der Abteilung für Urologie der Charité hat Professor Walter Birchmeiers Arbeitsgruppe am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) nun Krebsstammzellen entdeckt, die für die häufigste Form Nierenkrebs verantwortlich sind, das klarzellige Nierenzellkarzinom (ccRCC).

In einer berlinweiten Zusammenarbeit haben die Forscher*innen eine Schwachstelle gefunden. Die Zellen sind von zwei wesentlichen biochemischen Signalen abhängig. Beide zu blockieren, hat in mehreren Labormodellen der Erkrankung das Tumorwachstum aufgehalten, was eine vielversprechende Herangehensweise an die Behandlung menschlicher Patient*innen nahelegt. Die Ergebnisse zeigen außerdem, dass Mäuse in der medizinischen Forschung weiterhin wichtig bleiben. Die Studie erscheint in der aktuellen Ausgabe von Nature Communications. Zu den Autor*innen gehören Forschende des MDC, der Abteilung für Urologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin, des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung/ Berlin Institute of Health (BIH ), des „Screening Unit“ des Leibniz Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie (FMP), das Unternehmen EPO sowie weitere Partner.

Lesen Sie hier die gesamte PM vom MDC Berlin

Massenspektrometrie für die Präzisionsmedizin

Massenspektrometrie für die Präzisionsmedizin:
Berliner Spitzenforschung bündelt Expertise
Rund 5,7 Millionen Euro für neuen Forschungskern
Forschungsgruppen der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) bündeln mit weiteren Berliner Partnern ihre herausragende Expertise in der Massenspektrometrie zu einem Forschungskern. Ziel des Konsortiums MSTARS ist es, die Technologie für den Einsatz in der Patientenversorgung weiterzuentwickeln und für die Analyse der Therapieresistenz zu nutzen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Vorhaben für mindestens drei Jahre mit insgesamt rund 5,7 Millionen Euro.
Viele Jahre lang galt die umfassende Analyse von Genen als Methode der Wahl, um komplexe Krankheiten wie Krebs besser zu verstehen und Patientinnen und Patienten immer individueller behandeln zu können. Der Ansatz zeigte Erfolg und mündete in zahlreichen neuen gezielten Behandlungsformen. „Man wusste jedoch schon sehr früh, dass der Verlauf einer Krankheit nicht nur von den Genen allein bestimmt wird“, erklärt Prof. Dr. Ulrich Keilholz, Direktor des Charité Comprehensive Cancer Centers (CCCC) und einer der vier gleichberechtigten Koordinatoren des Projekts. „Stattdessen kommt es oft darauf an, in welchem Umfang diese Gene in Proteine übersetzt werden, wie die Proteine miteinander interagieren oder wie genau der Stoffwechsel bei der Erkrankung abläuft. Die Massenspektrometrie ermöglicht es, schnell und umfassend Biomoleküle zu identifizieren und zu quantifizieren. Diese Technologie werden wir deshalb nutzen, um das Zusammenspiel krankheitsrelevanter Zellkomponenten besser zu verstehen und dadurch die Präzisionsmedizin, also die individuelle Behandlung von Patientinnen und Patienten, weiter zu verbessern.“

Die Massenspektrometrie erlaubt die Identifizierung, Charakterisierung und Quantifizierung einer Vielzahl von Biomolekülen. Foto: Sattler/Charité

Die drei weiteren Koordinatoren des MSTARS-Konsortiums sind Prof. Dr. Matthias Selbach, Leiter der Gruppe Proteom-Dynamik am MDC, Prof. Dr. Markus Ralser, Leiter des Instituts für Biochemie der Charité, sowie Prof. Dr. Frederick Klauschen vom Institut für Pathologie der Charité. Wissenschaftliche Partner des Projekts sind zahlreiche weitere Experten aus Charité und MDC sowie dem Berlin Institute of Health (BIH), der Humboldt-Universität zu Berlin und dem Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik. „Mit der Gründung des neuen Forschungskerns vereinigen wir die Berliner Expertise im Bereich Massenspektrometrie, Patientenversorgung und Datenanalyse unter einem Dach“, sagt Prof. Selbach. „Indem wir das erstklassige Fachwissen der unterschiedlichen Institutionen und Disziplinen mit der breiten klinischen Expertise der Charité zusammenbringen, werden wir die Technologie der Massenspektrometrie weiterentwickeln und für die klinische Praxis nutzen können.“
„Ein wesentliches Ziel dabei ist es, massenspektrometrische Methoden noch robuster und reproduzierbarer zu machen“, ergänzt Prof. Ralser. „Um mit der Technologie die Patientenversorgung verbessern zu können, müssen wir außerdem in der Lage sein, große Probenmengen in kurzer Zeit zu analysieren. Dazu werden wir Kapazitäten aufbauen und standardisierte Arbeitsabläufe von der Probengewinnung bis zum Datenmanagement etablieren.“
Die Infrastruktur, die das Konsortium aufbauen wird, eignet sich grundsätzlich für die Analyse verschiedenster Krankheiten. Als erstes Anwendungsbeispiel werden sich die Forschungsgruppen auf die Untersuchung der Therapieresistenz bei Kopf-Hals-Plattenepithelkarzinomen fokussieren. „Für diese Tumorerkrankungen gibt es moderne Behandlungsstrategien, die auf bestimmte genetische Fehlfunktionen in dem Krebsgewebe des jeweiligen Patienten abzielen“, erklärt Prof. Klauschen. „Aus bisher ungeklärten Gründen funktionieren diese Therapien bei einigen Patienten sehr gut, während sie bei anderen Personen mit derselben genetischen Ausstattung aber keine Wirkung zeigen. Wir möchten die Gewebeproben per Massenspektrometrie untersuchen, um diese Patientengruppen auseinanderzuhalten und so die Entscheidung für oder gegen eine solche Therapie im individuellen Fall zu vereinfachen.“ Dafür ist die Analyse großer Datenmengen nötig, für die auch Methoden der künstlichen Intelligenz zum Einsatz kommen.
Gefördert wird das Projekt MSTARS (Multimodal Clinical Mass Spectrometry to Target Treatment Resistance) vom BMBF im Rahmen der Fördermaßnahme „Forschungskerne für Massenspektrometrie in der Systemmedizin“. MSTARS ist einer von vier Forschungskernen, die das BMBF ausgewählt hat. Weitere Forschungskerne entstehen in Heidelberg, Mainz und München. Bewilligt wurden die Mittel für zunächst drei Jahre. Nach zweieinhalb Jahren werden die geförderten Projekte einer Zwischenbegutachtung unterzogen, die über die Förderung für weitere drei Jahre entscheidet. Projektstart ist der 1. März 2020.
Weiterführende Links:
Charité Comprehensive Cancer Center
https://cccc.charite.de/
Institut für Biochemie der Charité
https://biochemie.charite.de/
Institut für Pathologie der Charité
https://pathologie-ccm.charite.de/
Arbeitsgruppe Proteom-Dynamik des MDC
https://www.mdc-berlin.de/de/selbach

 

Helios-Klinikum Buch: Neuer Chefarzt der Kinderchirurgie

Helios Klinikum Berlin-Buch begrüßt neuen Chefarzt der Kinderchirurgie Dr. med. Stefan Gfrörer

Dr. med. Stefan Gfrörer leitet seit dem 01. 02. 2020 als Chefarzt das Team der Kinderchirurgie. Er hat von der Klinik für Kinderchirurgie und Kinderurologie der Universitätsklinik Frankfurt nach Berlin-Buch gewechselt.

Wir freuen uns sehr, dass wir mit Dr. med. Stefan Gfrörer einen ausgewiesenen Spezialisten für die Behandlung unserer kleinsten Patienten gewinnen konnten, der sich neben seiner medizinischen Expertise in allen Teilgebieten der Kinderchirurgie auch durch sein großes Fachwissen sowie besondere Führungsstärke auszeichnet, betont Prof. Dr. med. Henning T. Baberg, Ärztlicher Direktor des Helios Klinikums Berlin-Buch.

Copyright: Helios-Klinikum Buch

Als Facharzt für Kinderchirurgie hat Dr. Gfrörer große operative Erfahrungen in allen Gebieten seiner Disziplin. Neben der allgemeinen Kinderchirurgie liegen die Schwerpunkte des 52-Jährigen in der Onkochirurgie, Neugeborenenchirurgie und minimalinvasiven Chirurgie.

“Ich bin mir sicher, dass Dr. Gfrörer an den großen Erfolg von Prof. Schaarschmidt nahtlos anknüpfen kann. Wir bedanken uns bei Prof. Schaarschmidt für sein stets außerordentliches Engagement und seine fachliche Expertise, die den Fachbereich der Kinderchirurgie so maßgeblich vorangetrieben haben und für die vielen Jahre der guten gemeinsamen Arbeit und freuen uns, dass er dem Klinikum als Senior Consultant im Bereich Kinderchirurgie weiterhin beratend zur Seite steht“, so Daniel Amrein, Klinikgeschäftsführer im Helios Klinikum Berlin-Buch.

Die Klinik für Kinderchirurgie im Helios Klinikum Berlin-Buch, eingebunden in das Perinatalzentrum Level 1, verfügt über rund 40 Betten und versorgt pro Jahr über 2.000 Patienten operativ, vom Frühgeborenen- bis zum Jugendalter. Dr. Gfrörer möchte die Leistungsbereiche seiner Klinik weiter vertiefen und bestimmte Spezialgebiete wie etwa die roboterassistierte Chirurgie etablieren: „Ich freue mich, im Helios Klinikum Berlin-Buch eine traditionsreiche und leistungsstarke Klinik für Kinderchirurgie mit einem breiten Behandlungs- und Operationsspektrum übernehmen zu können. Die Basis für eine bestmögliche operative und konservative Therapie der kleinen und kleinsten Patienten ist neben kinderchirurgischer Kompetenz immer auch die professionelle Vernetzung einer Vielzahl von spezialisierten Mitarbeitern. Ich freue mich sehr auf diese Zusammenarbeit”, sagt Dr. Gfrörer.

Sein Studium absolvierte Dr. Gfrörer an den Universitäten Würzburg, Zürich und Los Angeles. Er arbeitete an verschiedenen Kliniken in England, sowie in den Kinderchirurgischen Klinken Heidelberg und Karlsruhe. Zuletzt war Dr. Gfrörer stellvertretender Klinikdirektor der Klinik für Kinderchirurgie und Kinderurologie der Universitätsklinik Frankfurt, wo er auf eine langjährige Erfahrung im Bereich der minimalinvasiven Kinderchirurgie zurückblickt.

(Quelle: PM Helios-Klinikum Buch vom 06. 02. 2020 )

Helios-Klinikum Berlin-Buch

Helios-Gesundheitsmagazin Online

Ausstellung im Helios-Klinikum “Anders als gedacht”

Ausstellung von MenschenKind im Helios Klinikum Berlin-Buch

In Deutschland leben rund 113.000 Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen und/oder geistigen Behinderung, die Pflegebedürftigkeit zur Folge hat. Allein in Berlin sind es schätzungsweise 4.500 mit teilweise sehr erheblichem Hilfebedarf. MenschenKind, Fachstelle für Versorgung chronisch kranker und pflegebedürftiger Kinder, hat eine Ausstellung initiiert, um menschenrechtliche Standards und Rechte auf der einen und die tatsächliche Versorgungspraxis auf der anderen Seite zwischen Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit mehr zu diskutieren.

Die Wanderausstellung zeigt anschaulich viele verschiedene Facetten aus Leben und Alltag von Familien mit pflegebedürftigen Kindern. Sie erzählt von den unterschiedlichsten Herausforderungen. Fotos und Beiträge entstanden in enger Kooperation mit Betroffenen, der Elternselbsthilfe sowie Fachpersonal aus dem Hilfesystem dieser Kinder.

Dr. Antje Hoffmann, Copyrigth: Helios-Klinikum Buch

„Oft mangelt es im Alltag an notwendiger Unterstützung für Betroffene, Hilfen scheitern an Bürokratie, strukturellen Schwächen und mangelnder Vernetzung verschiedener zuständiger Einrichtungen“, berichtet Dr. Antje Hoffmann, aus ihren jahrelangen Erfahrungen als Ärztin.

Sie ist seit 2013 Leiterin des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) der Kinder- und Jugendmedizin im Helios Klinikum Berlin-Buch. Jährlich betreut sie mit ihrem Team zirka 2.000 Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr, die von Geburt an Behinderungen und Einschränkungen oder diese im Laufe ihres Lebens erworben haben. Sie sagt: „Ich freue mich, dass die Ausstellung nun bei uns im Helios Klinikum Berlin-Buch zu sehen ist. Zeigt sie doch, wie wichtig unsere Zusammenarbeit in den Fachabteilungen mit Kinderklinik und SPZ, Kinderneuroorthopädie, HNO-Klinik, Kinderchirurgie und Augenklinik ist“. Gemeinsam unterstützt das Team Eltern bei Pflege, Förderung und Erziehung, um Betroffenen eine gute Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. „Oft stehen diese Familien am Rande unserer Gesellschaft. In der Ausstellung rücken sie in den Mittelpunkt. So machen wir Personal und Besucher auf die besondere Lebenssituation dieser Familien aufmerksam“, ergänzt Dr. Hoffmann.

Die Ausstellung unter dem zentralen Motto “anders als gedacht – leben mit pflegebedürftigen Kindern” ist bis Anfang Februar täglich im Foyer des Helios Klinikums Berlin-Buch zu sehen. Eintritt frei, ohne Anmeldung.

(Quelle: PM Helios-Klinikum Buch )

Helios-Klinikum Berlin-Buch

Campus Buch: Zwei neue Kryo-Elektronenmikroskope (Kryo-EM)

Ab Mitte 2020 stehen auf dem Campus Buch zwei neue Kryo-Elektronenmikroskope (Kryo-EM) für die Wissenschaft zur Verfügung. Das Gebäude ist fast fertig, die ersten Kisten mit den Geräten wurden im Dezember geliefert. Bis es wirklich losgehen kann, gibt es noch einiges zu tun.

© Felix Petermann, MDC

Wer mikroskopisch kleine Strukturen wie Proteine auf Nanometerebene sichtbar machen will, braucht zum einen Elektronenstrahlen, um sie zu vergrößern. Zum anderen muss es sehr kalt sein. Mit Kryo-EM lassen sich Proteine bei Temperaturen unter -150°C untersuchen, um ihre dreidimensionale Strukturen mit einer Trennschärfe von 0.2 Nanometern darzustellen. Dabei behalten Proteine nahezu ihre ursprüngliche Form. Das ist wichtig, um ihre Funktionalität analysieren zu können.

Zwei Kryo-EM der Charité – Universitätsmedizin Berlin wurden bereits Mitte Dezember auf dem Campus Buch in großen Kisten angeliefert – bis der Aufbau im Februar beginnt, lagern sie in dem eigens für das Kryo-EM errichteten Gebäude des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC). „Wir bauen ein kleines Haus für ein sehr großes Mikroskop“, sagt Ralf Streckwall, Leiter des Technical Facility Managements Errichten auf einem Baustellenfest im November. Das Forschungsgebäude wird im Frühling 2020 fertig sein. Etwa 2,75 Millionen Euro kostet alleine der Neubau. Das größte Mikroskop ist fast vier Meter hoch und hat einen Wert von fünf Millionen Euro. Die 50% Co-Finanzierung für die Geräteausstattung hat die Charité bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingeworben.

Proteine in ihrer zellulären Umgebung
Wahrscheinlich ab Mitte des Jahres können Berliner Forschende die hochmoderne Technik für ihre Projekte nutzen. „Wir wollen in der Strukturbiologie sehr eng mit der Charité und anderen akademischen Partnern in Berlin zusammenarbeiten“, sagt Dr. Jutta Steinkötter, Leiterin für Wissenschaftliche Infrastruktur am MDC. „Bis dahin ist allerdings noch einiges zu tun. Wir freuen uns, dass wir Dr. Christoph Diebolder für die Leitung der Core Facility für Kryo-Elektronenmikroskopie gewinnen konnten. Herr Diebolder wird ab dem 1. Februar 2020 seine Tätigkeit aufnehmen.“ sagt Dr. Claudia Flügel, Referentin für Forschungsinfrastruktur an der Charité.

Viele MDC-Wissenschaftler*innen freuen sich auf den Start. Der Strukturbiologe Professor Oliver Daumke zum Beispiel untersucht Proteine, die innerhalb der Zelle wichtige Funktionen ausführen, indem sie zelluläre Membranen unter Energieverbrauch verformen. Deren dreidimensionale Struktur könnte Daumke zwar auch mit der Kristallografie abbilden. Diese Methode erzeuge jedoch das Bild eines isolierten Proteins. „Das Besondere an der Kryo-Elektronenmikroskopie ist, dass wir damit die Proteine in ihrer zellulären Umgebung anschauen können“, erklärt Daumke. Die neue Technik auf dem Campus Buch sei gleichzeitig für ambitionierte junge Nachwuchsforscher*innen attraktiv, die ein eigenes Forschungsthema entwickeln wollen. Zur Zeit findet am MDC ein Auswahlprozess für eine solche Nachwuchsgruppe statt.

Jede Vibration stört
Für die Kryo-EM einen geeigneten Standort in Berlin zu finden, war gar nicht so einfach. Problematisch seien elektromagnetische Felder und Erschütterungen im Boden, sagt Projektleiter Karsten Hönig vom MDC: „Selbst der Campus-Bus erzeugt beispielsweise beim Vorbeifahren Vibrationen, die die Funktion der Mikroskope beeinträchtigen. Der Boden des Gebäudes besteht deshalb aus einer einzigen, 1,25 m dicken Betonplatte, die wie ein großes schweres Schiff auf dem Wasser die Schwingungen der Bodenwellen ausgleicht.“

Der Neubau für die Mikroskope ist gerade nur eine von mehreren Baustellen auf dem Campus. In unmittelbarer Nähe entsteht auf über 2700 Quadratmetern das Optical Imaging Center (OIC) des MDC. Dieses neue Gebäude soll ab 2022 Forschung, Anwendung und Innovation in der Mikroskopie, (Bio-)physik und Life Sciences miteinander verbinden und ebenfalls internen und externen Forschenden, Gastwissenschaftler*innen am MDC und Partnern aus der Industrie zur Verfügung stehen.

Christina Anders, MDC

 

Quelle: PM MDC Buch vom 23.01.2020