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Campus Buch: Einweihung der Jung-Büste im Wissenschaftsmuseum

Am 03. April 2019 wurde im Wissenschaftsmuseum die Büste des Pharmakologen Prof. Friedrich Jung (1915-1997) eingeweiht

Die Vernissage vereinte Mitglieder der Jung-Familie, ehemalige Schüler, Freunde, Mitstreiter und Kollegen vom Bucher Campus, aus der Charité, der pharmazeutischen Industrie und der Leibniz-Sozietät. Im Fokus der Veranstaltung stand – neben Jung – die Schöpferin der Büste, die Bildhauerin Anna Franziska Schwarzbach. Von der Künstlerin steht bereits im Skulpturenpark des Bucher Campus ein Mahnmal für die Mordopfer des nationalsozialistischen Euthanasieprogramms, in das während der Zeit des Nationalsozialismus auch das frühere Hirnforschungsinstitut involviert war.

Büste Prof. Jung

Büste von Prof. F. Jung (Foto. S. Oßwald)

Der „Hausherr“ Ulrich Scheller, Geschäftsführer der Berlin-Bucher Campusverwaltung, hieß die Anwesenden herzlich willkommen. Anschließend erinnerte sich Prof Detlev Ganten an kritisch-konstruktiven Gespräche mit Jung in seiner Zeit als Gründungsdirektor des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC). Ausführlich betonte er den Nutzen der Kunst für die Geschichtsbewahrung. Die Künstlerin Frau Schwarzbach erörterte die weit zurückreichende Entstehungsgeschichte der Jung-Büste. Dabei betonte Frau Schwarzbach die Unterstützung, die sie bei ihrer Arbeit am o. g. Euthanasiedenkmal von Prof. Jung erfahren hatte.

Nach der Enthüllung der Büste dankte der Jung-Schüler, Prof. Peter Oehme, auch im Namen der Jung-Familie, allen Akteuren und Teilnehmern der Vernissage für ihre aktive Mitwirkung und gratulierte Frau Schwarzbach zu ihrem gelungenen Werk. In einer kurzen biografischen „Rückblende“ ging Prof. Oehme noch auf die Zeit von Jung bei seinem akademischen Lehrer Wolfgang Heubner von 1939 – 1945 ein.

Friedrich Jung
Friedrich Jung wurde am 21. April in Friedrichhafen am Bodensee geboren. Nach einem Studium der Medizin und anschließenden Lehr- und Forschungsaufgaben an den Universitäten in Tübingen und Würzburg, folgte er 1949 Angeboten der Akademie der Wissenschaften und der Humboldt Universität nach Ost-Berlin. Dort leitete er den Aufbau bzw. Wiederaufbau der pharmakologischen Institute in Berlin-Buch und in der Charité. Aus seiner Schule gingen mehrere Ordinarien und leitende Wissenschaftler hervor. 1972 wurde er Direktor des auf dem Bucher Campus neugegründeten Zentralinstitutes für Molekularbiologie (ZIM) der Akademie der Wissenschaften der DDR. Zusätzlich nahm er zahlreiche nationale und internationale gesundheits- und wissenschaftspolitische Aufgaben wahr. So gelang es ihm, als Vorsitzender des Zentralen Gutachterausschusses für den Arzneimittelverkehr beim Ministerium für Gesundheitswesen, eine international vorbildliche Arzneimittel-gesetzgebung in der DDR auf den Weg zu bringen. Nach seiner Emeritierung 1980 war er weiter wissenschaftspolitisch aktiv und bearbeitete wissenschaftlich mit einer kleinen Arbeitsgruppe rezeptorpharmakologische Probleme.

Nach der deutschen Einheit und der Abwicklung der Akademie gehörte Prof. Jung 1993 zu den Gründungsmitgliedern der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin.

Am 05. August 1997 verstarb Friedrich Jung und wurde auf dem Berlin-Bucher Waldfriedhof neben seiner Ehefrau Waltraut, geb. Schwartzkopff, beigesetzt.

Text: Peter Oehme und Silke Oßwald

Quelle: Leibnizsozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V.

 

Wissenschaftsmuseum Campus Buch umgezogen

Vor kurzem berichtete der Campus Buch über den Umzug des Wissenschaftsmuseums. Wir freuen uns, Ihnen diesen Artikel hier zu präsentieren. Vielen Dank dem Campus Berlin-Buch dafür. Sie finden den Text hier:

BBB Management Campus Buch / News

 

Museum zur Bucher Wissenschaftsgeschichte an neuem Ort

Als das Institut für Hirnforschung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft 1930 auf dem Campus Buch seinen Betrieb aufnahm, war es das größte und modernste seiner Art. Mit Abteilungen für Anatomie, Histologie, Physiologie, Chemie und Pharmakologie, Psychologie, Genetik und einer Forschungsklinik wurde hier in Buch die Einheit von naturwissenschaftlich begründeter biomedizinischer Forschung und klinischer Medizin etabliert. Die Hirnforscher Oskar und Cecilie Vogt, der Genetiker Nikolai Wladimirovich Timoféef-Ressovsky gehören zu den prägenden Wissenschaftlern der Anfangszeit. Die Arbeiten von Timoféef-Ressovsky über strahleninduzierte Mutationen führten zu einer gemeinsamen Publikation mit den Physikern Max Delbrück und Karl Zimmer, die als Meilenstein der Entwicklung von der klassischen zur molekularen Genetik gilt. Über die Zeiten, zu denen auch ein dunkles Kapitel im Nationalsozialismus gehört, hat sich in Buch die molekularbiologische Forschung entwickelt, die noch heute den Schwerpunkt des Wissenschaftscampus bildet. Bis heute werden Grundlagen- und klinische Forschung auf einzigartige Weise verbunden.

Wiedereröffnung nach Umzug Die Geschichte der Wissenschaft auf dem Campus Buch von der Hirnforschung bis hin zu den nachfolgenden Akademie-Instituten für Medizin und Biologie der DDR ist in einem kleinen Museum zu erfahren, das vor allem wissenschaftliche Geräte, Textdokumente und Abbildungen präsentiert. Jüngst ist das Museum in neue Räumlichkeiten des Oskar- und Cecile-Vogt-Hauses, dem ersten Laborgebäude des Campus, gezogen. Im Rahmen des jährlichen Campusfirmenfestes am 7. September wurde das neue Domizil feierlich eröffnet.

„Wir freuen uns, die Exponate und Tafeln am neuen Ort viel großzügiger zeigen zu können“, erklärte Dr. Ulrich Scheller, Geschäftsführer der BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch, im Rahmen der ersten Führung. Das Museum zeigt neuerdings auch eine Büste von Max Delbrück, die der litauische Künstler Alfridas Pajuodis geschaffen hat. Anlässlich der Wiedereröffnung dankte Dr. Scheller ihm sowie dem Sponsor Dr. Alexej Uschmajew persönlich für das Geschenk.

Besucher können sich über Forschungsarbeiten und Wissenschaftler des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Hirnforschung und die Genetische Abteilung (1930 – 1945) informieren sowie über die Akademie-Institute (1947 – 1991) mit den Schwerpunkten Krebsforschung, Pharmakologie und Enzymologie sowie Biochemie und Molekularbiologie. Zu den Besonderheiten des Museums zählt der originale Arbeitsplatz von Timoféef-Ressovsky. Im so genannten genetischen Vivarium des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Hirnforschung finden sich unter anderem Sammlungen wissenschaftlicher Geräte und experimenteller Techniken vor allem histologischer Arbeiten, biochemischer und chemischer Arbeiten.

Zu sehen ist zum Beispiel eine histologische Laboreinheit mit Mikrotomen und Mikroskopen aus der Zeit von 1890 – 1950. Zudem werden zahlreiche optische Geräte für die chemische und biologische Analytik in den 50er und 60er Jahren gezeigt, wie z.B. ein lichtelektrisches Lange-Kolorimeter zur Messung der Konzentration von Substanzen in Farblösungen, ein Michelson-Aktinometer zur Spektralanalyse sowie diverse Polarimeter. Darüber hinaus bietet die Ausstellung auch Dokumente und Geräte zur Geschichte der Elektronenmikroskopie, ein Elektronenmikroskop von 1966 gehört zu den wichtigen Exponaten.

Das Museum ist künftig im Rahmen von Gruppenführungen und im Rahmen der regelmäßigen Campusführungen zu besichtigen.

Museumsbesuch:

Gruppenführungen ab 6 Personen nach Anmeldung

Einzelpersonen können im Rahmen der monatlichen Campus-Führung einen Einblick ins Museum erhalten.

Kontakt: Campus-Öffentlichkeitsarbeit Annett Krause Tel. 030 / 9489 2920

E-Mail: a.krause@bbb-berlin.de

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BBB Management GmbH / Campus Berlin-Buch

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