Category Archives: Forschung

„BIH Digital Health Accelerator Demo Day“

Logo BIH

Full house beim zweiten „BIH Digital Health Accelerator Demo Day“ des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung / Berlin Institute of Health (BIH)

Am 11. Dezember 2018 war Show-Time: Beim zweiten „BIH Digital Health Accelerator Demo Day“ präsentierten sechs Teams von jungen Forscher*innen und Mediziner*innen ihre digitalen Innovationen für die Medizin der Zukunft: Sie wollen Krebs, Herzkreislauf- oder auch Zahnerkrankungen präziser diagnostizieren, die Rehabilitation nach einer Operation digital überwachen, die beste Zeit für die Medikamenteneinnahme an der inneren Uhr ablesen oder die Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern verbessern. Im Publikum saßen rund 100 Investoren, Vertreter*innen von Funding Organisationen, Politiker*innen und Kolleg*innen.

Die Teams wurden ein Jahr lang vom Digital Health Accelerator des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH) gefördert. Hier erhielten sie Coaching und Mentoring und durften in einem Co-working Space ihre digitalen Konzepte in marktfähige Produkte überführen. „Das Pilotprogramm Digital Health Accelerator des BIH konzentriert sich auf die Überführung von technologischen Konzepten in Prototypen, die einen echten Patient*innennutzen zeigen und ein interessantes Geschäftsmodell aufweisen. Dabei stehen wir laufend mit Ärzt*innen, Patient*innen sowie Partner*innen aus Forschung und Wirtschaft im Austausch“, sagt Klaus Nitschke, Leiter des Digital Health Accelerator.

Dass das Konzept funktioniert, beweist ein Projekt aus dem ersten Jahrgang: Hier hatte der angehende Herzchirurg vom Deutschen Herzzentrum Berlin, Dr. Alexander Meyer, ein Frühwarnsystem für die Intensivstation entwickelt. Sämtliche Messwerte, die bei der Überwachung eines Patienten anfallen, führt eine Software zusammen und wertet sie gemeinsam aus. Bei Überschreiten einer kritischen Lage löst es Alarm aus. „Das „Digital Health Accelerator“-Programm hat dann das Projekt aus dem rein wissenschaftlichen Kontext geholt und konkrete Wege zur Translation in die Klinik skizziert“, berichtete Alexander Meyer. Bereits Anfang 2020 könnte das System in Serie gehen. Weil Alexander Meyer aber auch künftig als Herzchirurg und nicht als Unternehmer arbeiten möchte, hat ihm das Team vom Digital Health Accelerator auch dabei geholfen, einen Geschäftsführer für sein zukünftiges Start Up zu finden, berichtete Klaus Nitschke. „Wir haben deshalb begonnen, ein Netzwerk von „Entrepreneurs in Residence“ aufzubauen. Dabei handelt es sich um Gründer*innen, die bereits ein erstes Unternehmen gegründet und veräußert haben und daran interessiert sind, ein weiteres Start Up im Digital Health Umfeld zu gründen.“

„Die Mission des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung / Berlin Institute of Health (BIH) ist die Translation von Innovationen zu Patient*innen“, sagte Rolf Zettl, Administrativer Vorstand des BIH. „Anders als für die Bereiche Pharma und Medizintechnik gibt es für den dynamischen Bereich Digital Health jedoch noch keine etablierten Instrumente und Partnereinrichtungen, mit denen man die Translation voranbringen kann. Daher haben wir im Jahr 2017 mit dem „Digital Health Accelerator“ gestartet, im Sinne eines Experiments. Aus unserer Sicht ist dieses Experiment ein voller Erfolg!“

Zettl dankte in diesem Zusammenhang ausdrücklich dem Bundestagsabgeordneten (SPD) Swen Schulz, der das „Experiment“ von Anfang an interessiert verfolgt und mit einer Anschubfinanzierung unterstützt hatte. Schulz, Mitglied im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages, zeigte sich beeindruckt. „Der Accelerator zeigt beispielhaft, welches enorme Potential die Digitalisierung des Gesundheitswesens für eine gute Anamnese, eine bessere und effizientere Behandlung und die Patientenversorgung birgt. Für Berlin bieten Digital Health Lösungen wie am BIH mit dem Zusammenbringen einer lebendigen Start-Up-Szene, leistungsfähiger Gesundheitswirtschaft und herausragenden Forschungseinrichtungen, riesige Chancen.“

Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung | Berlin Institute of Health (BIH) hat eine gesellschaftliche Aufgabe: Innovationen in der Medizin zu schaffen. Sie tragen dazu bei, Lebensqualität zu erhalten und Werte zu schaffen. 2016 hat das BIH eine neue wissenschaftliche Strategie erarbeitet, die unsere Arbeit, Forschungsaktivitäten und Entscheidungen für die kommenden Jahre leiten wird: Die „BIH-Strategie 2026“.

Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung wurde im März 2013 als neue biomedizinische Forschungseinrichtung von der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) in Berlin gegründet. Mit diesem Zusammenschluss werden wissenschaftliche Synergien zwischen beiden Einrichtungen gebündelt und die langjährige projektbezogene Kooperation institutionalisiert. Im Fokus stand und steht die Frage, wie Forschungserkenntnisse aus den Lebenswissenschaften schneller und gezielter in für Menschen nützliche medizinische Therapien, Diagnostik und Prävention übersetzt und klinische Beobachtungen in die Grundlagenforschung transferiert werden können.

Entwurf Käthe-Beutler-Haus

Aktueller Entwurf des Käthe-Beutler-Hauses.
Bild: kleyer.koblitz.letzel.freivogel.architekten Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin

Auf dem Forschungscampus Buch weichen zwei Krankenhausbauten aus den Siebzigerjahren einem neuen Forschungsgebäude. Das Haus am Lindenberger Weg 80 wird den Namen der 1935 vertriebenen Berliner Kinderärztin Käthe Beutler tragen. Hier baut das Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH) zusammen mit dem Max-Delbrück-Centrum (MDC) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin einen neuen Standort auf.

Newsletter

BIH-NEWS: Sind Sie interessiert an Neuigkeiten und Fördermöglichkeiten vom Berliner Institut für Gesundheitsforschung? Wir laden Sie herzlich ein, sich für unseren Newsletter anzumelden. Sie können sich jederzeit von der Liste abmelden.

Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH)

(Quelle: PM des BIH vom 12. Dezember 2018 )

Auszeichnung für Bucher Arzt und Wissenschaftler

Die Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® – Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention hat Mediziner und Nachwuchsforscher ausgezeichnet, deren Arbeiten einen wichtigen Beitrag zum Verständnis von durch Bluthochdruck bedingten Folgeerkrankungen geleistet haben. Der höchste Preis wurde in diesem Jahr Prof. Dr. Ralf Dechend (Charité-Universitätsmedizin Berlin und Helios Klinikum Berlin-Buch) und Prof. Dr. Dominik N. Müller (Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin) verliehen.

Deutsche Hochdruckliga fördert Hypertonieforschung mit Wissenschaftspreisen

Bucher Arzt und Wissenschaftler Prof. Dr. med. Ralf Dechend gehört 2018 zu den Ausgezeichneten

Prof. Dechend und Prof. Müller leiten in Berlin-Buch gemeinsam die Gruppe „Hypertonie-vermittelter Endorganschaden“ am Experimental and Clinical Research Center (ECRC). Prof. Dechend ist Kardiologe im Helios Klinikum Berlin-Buch.

Im Mittelpunkt ihrer Forschung stehen das Renin-Angiotensin-System, das Immunsystem und die Frage, wie diese Systeme Hypertonie bedingte Endorganschäden verursachen. Beide Wissenschaftler machten wegweisende neue Erkenntnisse, u.a. auch über schwangerschaftsbedingte Hypertonie/Präeklampsie. Die Preisvergabe fand im festlichen Rahmen des 42. Wissenschaftlichen Kongresses der Deutschen Hochdruckliga e. V. DHL® – Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention in Berlin statt. Das diesjährige Motto war „Hypertonie, auf Herz und Niere geprüft“.

„Wir freuen uns mit unserem Kollegen Ralf Dechend über diese besondere Auszeichnung. Seit vielen Jahren forscht er in Berlin-Buch und betreut in unserem Geburtenzentrum Schwangere mit Bluthochdruck“, sagt Prof. Dr. med. Henning T. Baberg, Chefarzt der Klinik und Poliklinik für Kardiologie und Nephrologie und Ärztlicher Direktor des Helios Klinikums Berlin-Buch.

Bluthochdruck bei Schwangeren kann Anzeichen für eine Präeklampsie, eine Sonderform der Hypertonie, sein. In diesem Fall arbeitet das Geburtshilfeteam eng mit dem Spezialisten Prof. Dr. med. Ralf Dechend zusammen.

„Diagnostik und Therapie der Hypertonie in der Schwangerschaft ist komplex und erfordert von Anfang an eine interdisziplinäre Betrachtung“, so Prof. Dechend.

Die Suche nach den Ursachen der Erkrankung hat bereits wichtige Erkenntnisse gebracht: So wurde bei Präeklampsie-Patientinnen ein aggressiver Antikörper festgestellt, der bei gesunden Schwangeren nicht vorkommt. Dieser richtet sich gegen den Angiotensin-Rezeptor, der den Blutdruck in den Gefäßen reguliert. In in-vitro Untersuchungen konnten die Bucher Forscher mit molekularbiologischen Methoden nachweisen, dass der Autoantikörper Zellen so verändert, dass entzündungsfördernde und Wachstumsprozesse verursacht werden. In Weiterbildungen lässt Dr. Dechend das Team des Geburtenzentrums an den Erkenntnissen zur Präeklampsie teilhaben. Auf diese Weise ist es bestens gerüstet, betroffenen Patientinnen zu helfen.

Quelle: PM Helios-Klinikum

Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention

ECRC Experimental and Clinical Research Center (ECRC) von MDC und Charité

Präzise Bilder für die Gesundheitsforschung

Ein weiterer Meilenstein ist erreicht: Im November 2018 hat das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) die 5.000. Studienteilnehmerin im MRT-Zentrum der NAKO-Gesundheitsstudie begrüßt.

„Mit ihrem Engagement leisten Menschen wie unsere 5000. Probandin Annett Anacker einen riesigen Beitrag für die Gesundheitsforschung in Deutschland“, sagt Professor Thoralf Niendorf, Projektleiter Bildgebung im NAKO-MRT-Zentrum auf dem Campus Berlin-Buch. „In Kürze werden wir mit der Auswertung der Daten beginnen und Normwerte für Niere und Herzfunktionen ableiten, die große Bedeutung für die klinische Praxis haben.“

Die Berlinerin Annett Anacker ist eine von insgesamt 200.000 Menschen im Alter zwischen 20 und 69 Jahren, die für die NAKO-Gesundheitsstudie untersucht und dann über einen Zeitraum von bis zu 30 Jahren beobachtet werden. Die Auswertung ihrer anonymisierten Daten trägt dazu bei, die Ursachen von Volkskrankheiten wie Krebs, Diabetes, Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu finden, sie früh zu erkennen und besser vorzubeugen.

Das MDC begrüßt die 5000. Studienteilnehmerin der NAKO-Gesundheitsstudie
Copyright: Kommunikation, MDC

Zu den drei Berliner Studienorten zählt das MDC auf dem Wissenschaftscampus Berlin-Buch. Hier werden bis zum Abschluss der Studie 6.000 der insgesamt 30.000 Teilnehmenden aus Berlin und Brandenburg mit einem 3.0-Tesla-Magnetresonanz-Tomographen (MRT) untersucht. Im MRT werden mittels Radiowellen und eines starken Magnetfelds hochpräzise Bilder erstellt; eine Strahlenbelastung wie beispielsweise in der Röntgen- oder in der Computerbildgebung gibt es nicht. Kopf und Gehirn, Wirbelsäule, Herz, Brustkorb, Bauch und Becken werden im Ganzkörper-MRT schichtweise abgebildet und die verschiedenen Organe und Gewebe hochauflösend dargestellt. Weil alle fünf NAKO-MRT-Zentren im Bundesgebiet die gleichen Magnetresonanz-Tomographen einsetzen, können vergleichbare Bilder und Daten erzeugt werden. Sie sind eine wertvolle Ergänzung der anderen in der NAKO erhobenen Gesundheitsdaten.

Wer kann an der NAKO-Studie teilnehmen?

An der Studie kann nur teilnehmen, wer ein Einladungsschreiben von einem der 18 NAKO-Studienzentren erhält. Die Auswahl erfolgt nach dem Zufallsprinzip aus den Einwohnermelderegistern. Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig und kann jederzeit zurückgezogen werden. Die Studie wird in den ersten zehn Jahren mit 210 Millionen Euro aus Mitteln des Bundesforschungsministeriums, der Länder und der Helmholtz-Gemeinschaft finanziert. Initiiert haben die NAKO die Helmholtz-Gemeinschaft, Universitäten, die Leibniz-Gemeinschaft sowie Einrichtungen der Ressortforschung.

NAKO-Gesundheitsstudie

MDC/NAKO-Studie

Nationales Science on Stage Festival 2018

Nationales Science on Stage Festival 2018

Vom 16.-18. November 2018 findet das Nationale Science on Stage Festival in Berlin am MDC.C Max Delbrück Communications Center statt.

Science on Stage

Science On Stage

  • …ist ein Netzwerk von Lehrkräften für Lehrkräfte aller Schularten, die Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) unterrichten.
  • …bietet eine Plattform für den europaweiten Austausch anregender Ideen und Konzepte für den Unterricht.
  • …sorgt dafür, dass MINT im schulischen und öffentlichen Rampenlicht steht.

Auf der größten deutschen Ideenbörse für MINT-Lehrkräfte von der Grundschule bis zur Oberstufe, treffen sich rund 100 Kolleginnen und Kollegen aus dem ganzen Land, um sich auf unserem Bildungsmarkt über Materialien und Konzepte auszutauschen und neuen Schwung für ihren Schulalltag mitzunehmen.

Neben dem Bildungsmarkt, auf dem ausgewählte Lehrkräfte ihre Projekte an einem Stand vorstellen, gibt es spannende Kurzpräsentationen und praxisorientierte Workshops.

Die Science on Stage Festivals sind das Herzstück unseres Netzwerkes: Hier treffen engagierte MINT-Lehrkräfte der Primar- und Sekundarstufe zusammen, um sich auf einem bunten Bildungsmarkt, in Workshops sowie bei Kurzvorträgen über gelungene Unterrichtskonzepte auszutauschen.

Das Festival ist eine Ideenbörse, auf der Lehrkräfte voneinander lernen, sich vernetzen und Motivation für ihren Schulalltag tanken.
>> Programmheft
>> Programmübersicht

Interessierte Lehrkräfte sind herzlich dazu eingeladen, das Festival am 17. November 2018 am Open Day zu besuchen.

Download (PDF, 331KB)

Sie möchten das Nationale Science on Stage Festival als Gast besuchen? Am 17. November 2018 begrüßen wir Sie ab 10:00 Uhr zu unserem Open Day: Schauen Sie vorbei, treffen Sie auf unserem Bildungsmarkt Lehrkräfte aus ganz Deutschland und holen Sie sich Anregungen für Ihren MINT-Unterricht bei spannenden Kurzvorträgen und Workshops!

Für den Open Day können Sie sich kostenfrei unter info@science-on-stage.de registrieren.

 

 

 

 

Grundstein für das Käthe-Beutler-Haus gelegt

Grundsteinlegung für das Käthe-Beutler-Haus

Alexander Koblitz, Dr. Rolf Zettl, Prof. Dr. Axel Radlach Pries und Prof. Dr. Martin Lohse bei der Verlegung des Grundsteins für das Käthe-Beutler-Haus auf dem Campus Berlin-Buch. © Patrick Meinhold / MDC

Der Grundstein für das Käthe-Beutler-Haus auf dem Campus Berlin-Buch ist gelegt. Dort soll 2020 das Berlin Institute of Health (BIH) einziehen, das die Stärken von MDC und Charité bündelt. Zu dieser Kooperation haben Jutta Kramm und Jana Schlütter, MDC-Kommunikation, mit Professor Martin Lohse, Wissenschaftlicher Vorstand des MDC, gesprochen.

Wer wird künftig im Käthe-Beutler-Haus arbeiten? 

Hier entsteht ein Gebäude mit rund 2500 Quadratmetern Nutzungsfläche, das Grundlagenforschung, klinische Forschung und Technologieplattformen unter einem Dach vereint. Wenn unterschiedliche Disziplinen eng zusammenarbeiten, kann eine besondere Atmosphäre entstehen, in der man sich gegenseitig beflügelt und die alle weiterbringt. Das ist unser Ziel im BIH. Wir wollen dafür exzellente internationale Forscherinnen und Forscher rekrutieren, die die Arbeitsgruppen im BIH und am MDC ergänzen. Der direkte Nachbar des neuen Hauses auf dem Campus ist übrigens das Experimental and Clinical Research Center (ECRC) von MDC und Charité. Dort wird die Zusammenarbeit von Grundlagenforschung und Klinik schon lange praktiziert und ist im Grunde die Keimzelle des BIH. Auf diese Kompetenz in der patientenorientierten Forschung bauen wir auf.

Und was kostet das neue Gebäude? 

Die Kosten für den Entwurf des Berliner Architekturbüros Kleyer.Koblitz.Letzel.Freivogel belaufen sich für das BIH auf 24,3 Millionen Euro, die zu 90 Prozent vom Bund und zu zehn Prozent vom Land getragen werden. Das ist eine überaus notwendige Investition, die unsere bewährte Partnerschaft stärken wird. Sie wird dem BIH auf dem Campus Buch einen zentralen Ort und ein Gesicht geben und den Ausbau gemeinsamer patientennaher Forschung ermöglichen.

Die Zusammenarbeit der beiden Partner MDC und Charité unter dem Dach des BIH läuft bereits sehr gut. Worauf sind Sie und das MDC besonders stolz? 

Lassen Sie mich drei Beispiele nennen. Wir sind sehr stolz darauf, dass es MDC und BIH gemeinsam gelungen ist, international angesehene Wissenschaftler nach Berlin zu holen. Dazu gehört Holger Gerhardt hier auf dem Campus. Er sucht nach Wegen, wie man die Bildung neuer Blutgefäße (Angiogenese) beeinflussen kann. Denn das spielt bei so verschiedenen Erkrankungen wie Krebs oder der diabetischen Retinopathie, aber auch bei chronischen Wunden eine Rolle. Zum Aufbau des BIH brauchen wir aber nicht nur seine fachliche Exzellenz, sondern auch seine Fähigkeit, weitere Leute anzuziehen und zu integrieren.

Hier finden Sie das komplette Interview

Campus Berlin-Buch

Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH)

Wechsel im Administrativen Vorstand des MDC

Wechsel im Administrativen Vorstand des MDC

Professorin Heike Graßmann hat am 1. Oktober 2018 ihr Amt als Administrativer Vorstand des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) angetreten. Sie folgt auf Dr. Heike Wolke, die sich nach fünf Jahren am MDC und 25 Jahren in der Helmholtz-Gemeinschaft in den Ruhestand verabschiedet.

„Mit Heike Graßmann gewinnen wir abermals eine hervorragende Wissenschaftsmanagerin für das MDC“, sagt Professor Martin Lohse, Vorstandsvorsitzender und Wissenschaftlicher Vorstand des MDC. „Als langjährige Administrative Geschäftsführerin des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung und als Kaufmännische Vizepräsidentin der Helmholtz-Gemeinschaft bringt sie ihre große Erfahrung und eine hervorragende Vernetzung im Wissenschaftssystem mit. Wir freuen uns sehr darauf, gemeinsam mit ihr die Zukunft des MDC zu gestalten.“

Heike Graßmann

„Mein Ziel ist es – gemeinsam mit meinem Team, gemeinsam mit den Fachabteilungen – die Wissenschaft bestmöglich zu unterstützen, damit sie unbürokratisch und flexibel funktionieren kann“, sagt Heike Graßmann. „Ich komme gern mit allen ins Gespräch, mich interessieren die verschiedenen Belange und was wir noch besser machen können. Dabei darf die Mitarbeiterzufriedenheit nicht aus dem Blick geraten. Das MDC soll ein attraktiver Arbeitgeber sein, das gehört alles zusammen.“

Von Leipzig nach Berlin

Die gebürtige Thüringerin hat an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Betriebswirtschaftslehre studiert, war dort wissenschaftliche Mitarbeiterin und hat auf dem Gebiet Organisation und Personalwirtschaft promoviert. Die Helmholtz-Gemeinschaft hat sie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig kennengelernt, wo sie zunächst persönliche Referentin der Geschäftsführung sowie des Kanzlers der Universität Leipzig war, bevor sie ab 2006 die Finanzabteilung des UFZ leitete. Von 2012 bis September 2018 verantwortete Heike Graßmann als Administrative Geschäftsführerin am UFZ die Bereiche Finanzen, Personal, Recht und Infrastruktur. Nun wechselt sie als Administrativer Vorstand ans MDC. 

Heike Graßmann ist seit 2015 als stellvertretende Vorsitzende im Hochschulrat der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) engagiert. Zudem hat sie eine Honorarprofessur an der Staatlichen Studienakademie Leipzig der Berufsakademie Sachsen inne, seit 2017 ist sie Kaufmännische Vizepräsidentin der Helmholtz-Gemeinschaft.

Abschied nach 25 Jahren Helmholtz

Sie tritt die Nachfolge von Heike Wolke an, die während 25 Jahren in der Helmholtz-Gemeinschaft unter anderem die Administration am UFZ in Leipzig, am Alfred-Wegener-Institut in Bremen (AWI) und ab März 2014 am MDC geführt hat. In Berlin engagierte sich Heike Wolke gleichzeitig als Kaufmännische Vizepräsidentin der Helmholtz-Gemeinschaft und als Administrative Geschäftsführerin am Berlin Institute for Health (BIH).

„Wir danken Heike Wolke sehr herzlich. Sie hat das MDC mit ihrer Arbeit nachhaltig geprägt und es auf einen guten Weg gebracht. Die hervorragenden Ergebnisse der Begutachtungen in diesem Jahr zeigen das“, sagt Martin Lohse. „Es war eine große Freude, mit ihr zusammen für das MDC zu arbeiten!“

(Quelle: PM des MDC )

Kontakt

Jana Schlütter
Stellvertretende Pressesprecherin, Abteilung Kommunikation
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin
+49(0)30-9406-2121
Jana.Schluetter@mdc-berlin.de

 

 

Krebstherapie im Kopf-Hals-Gesichtsbereich

„Krebstherapie im Kopf-Hals-Gesichtsbereich erfordert besondere Sensibilität“

Zu Kopf- und Halstumoren gehören verschiedene Tumorarten an Kehlkopf, Rachen, Mundhöhle, Nase, Nebenhöhle und des äußeren Halses.

  • Kopf- und Halstumore: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten erläutert Prof. Dr. med. Marc Bloching, Chefarzt der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde im Helios Klinikum Berlin-Buch
  • Experten informieren beim großen Krebs-Infotag in Berlin-Buch über modernste Krebsmedizin

50 Menschen pro 100.000 Einwohner erkranken in Deutschland jährlich an Tumoren im Kopf- und Halsbereich. Betroffen sind vor allem Männer ab dem 60. Lebensjahr. Dank moderner Verfahren können wichtige Schlüsselfunktionen für Essen, Trinken, Schlucken und Sprechen häufig erhalten werden.

Risikofaktor für Krebs im Kopf- und Halsbereich ist Rauchen. Verstärkt wird das Risiko durch regelmäßigen Alkoholkonsum. Ein weiterer Auslöser können sogenannte Humane Papillomviren (HPV) sein. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt deshalb nicht mehr nur für Mädchen, bei denen HP-Viren Gebärmutterhalskrebs auslösen können, sondern auch Jungen die verfügbare HPV-Impfung.

Schwellungen im Bereich der Mundschleimhaut, aber auch Heiserkeit, Schluckbeschwerden, unklare Halsschmerzen oder ein Fremdkörpergefühl im Hals sind Symptome. „Früherkennung ist wichtig und verbessert die Therapiechancen. Gehen Sie deshalb zum HNO-Facharzt, sobald Sie im Mundraum schmerzhafte Veränderungen bemerken”, sagt Prof. Dr. med. Marc Bloching, Chefarzt der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde im Helios Klinikum Berlin-Buch.

Patienten mit Kopf- und Halstumoren profitieren von der langjährigen Erfahrung der Experten im Onkologischen Zentrum Berlin-Buch. „Die vollständige Entfernung durch eine Operation des Tumors ist unser oberstes Ziel. Moderne, in vielen Fällen minimalinvasive Operationsmethoden helfen, Stimmbildung und Schluckfunktion möglichst zu erhalten“, sagt Bloching. Auch die Ästhetik spielt eine wichtige Rolle: Größere Schnitte von außen können durch den Einsatz von Laserchirurgie häufig vermieden werden: Mit Hilfe eines CO2-Lasers werden kleinste Strukturen präzise entfernt und kleinere Blutgefäße verdampft, so dass es nur zu geringen Blutungen kommt. „Wenn möglich, führen wir endoskopische Halslymphknoten-Ausräumungen durch, um sichtbare Narben zu vermeiden”, erklärt Bloching, der mit seinem Team diese besondere Behandlung als eine von wenigen Kliniken in Deutschland anbietet.

Müssen größere Gewebebereiche entfernt werden und Sprechen, Schlucken oder Atmen sowie ästhetische Merkmale des Gesichts sind beeinträchtigt, kommen Mikrochirurgie und verschiedene Transplantate zum Einsatz. Nach der Operation schließt sich häufig eine auf den Patienten abgestimmte Strahlentherapie an. Ist eine Operation aus medizinischen Gründen nicht möglich, kann eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie helfen.

Krebs-Infotag am 22. September 2018

Krebs kann immer besser behandelt werden. Am Samstag, den 22. September sprechen Spezialisten von 9:00 bis 15:00 Uhr im Helios Klinikum Berlin-Buch mit Interessierten über moderne Krebsmedizin. TV-Mediziner Dr. Carsten Lekutat moderiert eine Expertenrunde zur fachübergreifenden Krebsbehandlung. Den Impulsvortrag zum Thema Naturheilverfahren hält Prof. Dr. Andreas Michalsen. Interessierte können sich über die Website anmelden, aber auch spontane Teilnehmer sind willkommen: www.helios-gesundheit.de/krebs-weiter-leben

(Quelle: PM Helios-Klinikum Buch 08. 08. 2018)

Helios-Klinikum Buch

Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG: Gewinnsteigerung

Berlin, 31.07.2018. Die Berliner Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE0005659700), ein Spezialist für isotopentechnische Anwendungen in Medizin, Wissenschaft und Industrie, hat im ersten Halbjahr 2018 seinen Gewinn pro Aktie gegenüber dem Vorjahr um über 30% auf 1,62 EUR steigern können. Damit konnte das schwache Ergebnis aus dem ersten Quartal 2018 mehr als wettgemacht werden. Die guten Ergebnisse zeigen sich in allen Segmenten. In der Industriesparte (Isotope Products) zogen insbesondere Verkäufe im Energiesektor an, bei den Radiopharmazeuten sorgte die Nachfrage nach Markierungsisotopen für Rekordergebnisse. Im Strahlentherapiesegment übertrafen die Verkäufe von Afterloadern ebenfalls die Vorjahresmarken. Nach dem Verkauf der Zyklotronsparte im Vorjahr und den Regelungen von IFRS5 beziehen sich alle Angaben und Erläuterungen zur Vergleichsperiode nur auf die weitergeführten Sparten.

Der Konzernumsatz erreichte im ersten Halbjahr 2018 einen Rekordumsatz von 81,0 Mio. Euro und stieg im Vergleich zum Vorjahr um 16,2 Mio. Euro oder 25%. Den größten Wachstumsschub auf Basis der fortgeführten Geschäftsbereiche verzeichnete das Segment Isotope Products, das durch die Umsätze der Ende Mai 2017 erworbenen Gamma-Service Gruppe und durch die gestiegene Nachfrage im Energiesektor seine Verkäufe um 13,6 Mio. Euro oder 33% auf 54,2 Mio. Euro steigerte. Auch das Segment Strahlentherapie, gestützt durch gute Umsätze mit Afterloadern, legte um 2,0 Mio. Euro oder 16% auf 14,2 Mio. Euro zu. Das Segment Radiopharma steigerte seine Umsätze um 15% auf 15,4 Mio. Euro. Grund hierfür ist der steigende Bedarf nach pharmazeutischen Radioisotopen.

Gegenteilig auf das Umsatzwachstum aller Segmente wirkte sich der starke Euro auf in Fremdwährung getätigte Verkäufe aus. Im Vergleich zum Vorjahr verlor die Gruppe dadurch 4,6 Mio. Euro, so dass währungsbereinigt der Umsatzzuwachs sogar 20,7 Mio. Euro oder 32% betragen hätte. Das organische, reale Umsatzwachstum, also der währungsbereinigte Umsatz ohne die in 2017 getätigten Akquisitionen und Desinvestitionen betrug 11,9 Mio. Euro oder 18%.

Da im 2018er Halbjahresergebnis nur wenige Sondereffekte enthalten sind und die gute Geschäftsentwicklung fast alle Hauptproduktgruppen erfasst hat, geht der Vorstand nunmehr davon aus, dass das Konzernergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen im Gesamtjahr 2018 gegenüber dem Vorjahr um mindestens 15% steigen wird. Der bisherige Zielwert von 2,20 EUR erhöht sich damit auf etwa 2,50 EUR pro Aktie. Unter der Annahme eines Eurokurses von maximal 1,15 USD wird mit einem Umsatz von etwa 160 Mio. Euro gerechnet.

 

Den vollständigen Quartalsbericht finden Sie hier: Quartalsbericht

Ihr Ansprechpartner bei Rückfragen:

Eckert & Ziegler AG, Karolin Riehle, Investor Relations

Robert-Rössle-Str. 10, 13125 Berlin

Tel.: +49 (0) 30 / 94 10 84-138, karolin.riehle@ezag.de, www.ezag.de

Eine Zeitreise durch die Welt der Mikroskopie – Ausstellung am MDC eröffnet

Eine medizinhistorische Dauerausstellung am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin, zeigt eindrucksvoll: Mikroskope gehören zum Fortschritt in der Medizin. An dieser Erfolgsgeschichte waren Manufakturen und Wissenschaftler in Berlin und Brandenburg maßgeblich beteiligt. Auch die Zukunft der Medizin ist mit dem Mikroskop verknüpft.

Ohne den Einsatz von Mikroskopen wäre der Fortschritt in Medizin und Naturwissenschaft undenkbar. Heute können Strukturen bis in den Bereich von einem Millionstel Millimeter sichtbar gemacht werden, Vorgänge in lebenden Zellen detailliert untersucht werden. Eine Ausstellung im Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin, zeigt an Hand historischer Mikroskope aus Berlin und Brandenburg den Weg dorthin auf und demonstriert die enorme Leistungsfähigkeit moderner Mikroskope sowie ihre Bedeutung für die medizinische Forschung heute und morgen.

Am 25. Juli 2018 wurde die Dauerausstellung „Unsichtbar – Sichtbar – Durchschaut“ im MDC im Rahmen einer feierlichen Vortragsveranstaltung eröffnet. Die Ausstellung präsentiert u.a. rund 30 historische Mikroskope aus früheren Berliner und Brandenburger Manufakturen und wurde von Prof. Helmut Kettenmann, Neurowissenschaftler am MDC, zusammengestellt. Er hat die wissenschaftshistorisch bedeutsamen Mikroskope gesammelt und die Ausstellung konzipiert, die eine Brücke vom 19. Jahrhundert bis zur Mikroskopie der Gegenwart schlägt.

Wo steht die Mikroskopie heute? Der Gastredner Prof. Ernst Stelzer, Universität Frankfurt, stellte bei der feierlichen Eröffnung neue optische Mikroskop-Techniken vor, mit deren Hilfe sich dreidimensionale Bilder gewinnen lassen. Die Entwicklung der Mikroskopie und ihrer Einsatzmöglichkeiten ist keineswegs abgeschlossen. Prof. Martin Lohse, Wissenschaftlicher Direktor des MDC, sieht vielversprechende Perspektiven. „Am MDC wird derzeit ein neues Mikroskopie-Zentrum mit den modernsten Techniken aufgebaut. Damit werden den Wissenschaftlern neue Mikroskopieverfahren zur Verfügung stehen, die die bisherigen Grenzen der Mikroskopie an Empfindlichkeit, Geschwindigkeit, räumlicher Auflösung und Eindringtiefe im Gewebe überschreiten.“

Von Unterhaltungsobjekten zu Lebensrettern

Die Geschichte der Mikroskopie reicht bis 17. Jahrhundert zurück und baut auf den Fortschritten bei der Herstellung geschliffener Linsen für die Astronomie auf. Es war der holländische Laien-Wissenschaftler und Tuchhändler Antoni van Leeuwenhoek (1632-1723), der Mikroskope baute und verwendete, um lebende Strukturen, z.B. Blutkörperchen, sichtbar machte. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts blieben Mikroskope jedoch Einzelstücke, die vor allem der Unterhaltung dienten. In den Salons der gehobenen Gesellschaft waren Mikroskopie-Abende beliebt, bei denen man zur „Augenergötzung” die „kleinsten Wunder Gottes” bewundern konnte. Für die Naturbeobachtung bei Ausflügen und Exkursionen wurden Reisemikroskope eingesetzt.

Lesen Sie hier bitte weiter.

Es gibt keine festen Öffnungszeiten. Interessenten für Besuche oder Führungen wenden sich bitte an die Kommunikationsabteilung des MDC: communications@mdc-berlin.de

 

„BioMed Start-up Factory“ in Buch geplant

13.07.2018 / Im BiotechPark Berlin-Buch entsteht eine große BioMed Start-up Factory. Gleichzeitig soll der Campus um neue Flächen am Standort erweitert werden.

Berlin-Buch wird als eines der Zentren der Berliner Gesundheitswirtschaft gestärkt: 43,4 Millionen Euro Fördermittel wird der Senat bis 2022 für den Bau eines neuen Gründerzentrums für Biotechnologie-Unternehmen bereitstellen. Dabei handelt es sich um Mittel aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW). Mit der geplanten „BioMed Start-up Factory“ wird der BiotechPark Berlin-Buch um 10.000 Quadratmeter Labor- und Bürofläche erweitert. Insgesamt stehen dann 41.000 Quadratmeter für Unternehmen der Biotechnologie, Medizintechnik und im Bereich Digital Health zur Verfügung.

Der Campus Berlin-Buch ist seit langem ein exzellenter Wissenschaftsstandort. Sein internationales Renommee und die branchenspezifische Ausrichtung auf Biomedizin sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren des BiotechParks. Heute wird das Forschungsprofil geprägt vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) vom Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) vom Experimental and Clinical Research Center (ECRC) das MDC und Charité gemeinsam betreiben, sowie vom Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH) Die Einrichtungen arbeiten eng zusammen und verbinden auf einzigartige Weise Grundlagen- und patientenorientierte Forschung auf dem Bucher Campus. Im Mittelpunkt stehen dabei die Erforschung molekularer Ursachen von Krebs-, Herzkreislauf- und neurodegenerativen Erkrankungen sowie die Systembiologie, eine interdisziplinär angelegte Grundlagenforschung zur Entwicklung neuer Medikamente, klinische Forschung und die unternehmerische Umsetzung biomedizinischer Erkenntnisse.

Die Forschungseinrichtungen und Biotechnologie-Unternehmen sind, neben den Kliniken, Schwerpunkte der Wertschöpfung am Standort. Durch die räumliche und thematische Nähe sowie eine enge Vernetzung von Forschung und Unternehmen bietet der Campus beste Voraussetzungen für Kooperationen, Technologietransfer und die Gründung von Start-ups. Jüngste Beispiele sind vielversprechende Gründungen wie Berlin Cures, OMEICOS Therapeutics oder T-Knife sowie das aktuelle Spin-off-Projekt Captain T Cell.

Diese Synergien wurden von Beginn an gefördert: Seit 1992 haben Europäische Union, Bund und Land mehr als 500 Millionen Euro in den Wissenschafts- und Biotech-Campus investiert.

Erfolgreich am Standort
1996 gegründet, gehört der BiotechPark Berlin-Buch zu den größten Biotechnologieparks in Deutschland. Von den rund 60 Unternehmen haben sich 47 auf medizinische Biotechnologie und Dienstleistungen für die Life-Science-Branche spezialisiert. Kennzeichnend ist ein hoher Innovationsgrad der Firmen, nicht wenige sind Technologieführer in ihren Bereichen. Jährlich generieren die Biotech- und Medizintechnik-Unternehmen einen Umsatz von etwa 160 Millionen Euro. Die Zahl ihrer Beschäftigten hat sich in den vergangenen 15 Jahren mehr als verdoppelt, gegenwärtig sind es rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Im Spektrum ihrer Geschäftsfelder finden sich medizintechnische Produkte, molekularbiologische Diagnostika und Therapien, präklinische pharmakologische und pharmakogenomische Tests und RNA-Technologien. Weiterhin sind zu nennen: die Suche nach pharmarelevanten Zielmolekülen, die Herstellung und Prüfung von Arzneimitteln sowie Analytik und Synthese von Biomolekülen. „Insbesondere im Bereich Diagnostik setzen die Unternehmen verstärkt auf Verfahren in Richtung personalisierte Medizin. Die Klinken am Standort bieten die Voraussetzung dafür, Produkte patientennah zu entwickeln“, so Dr. Christina Quensel, Geschäftsführerin der Campus Berlin-Buch GmbH. „Zukünftig sollen auch Unternehmen im Bereich digitaler Biotechnologie unterstützt und angesiedelt werden, die auf die Entwicklung von IT-basierten Produkten in der Diagnostik und der Medizintechnik fokussieren.“

Wachstum und Flächenbedarf
Seit Ende 2015 ist die Biotechnologie-Branche durch ein beschleunigtes Wachstum gekennzeichnet, und dieser Trend ist auch auf dem Campus Buch spürbar: Die Labor- und Büroflächen im Technologiepark sind seit Anfang 2018 nahezu vollständig vermietet. Anfragen zu größeren Flächenkontingenten konnten bereits seit Ende 2016 nicht mehr bedient werden. Eine Umfrage im März dieses Jahres zeigte, dass viele Unternehmen des BiotechParks noch in diesem Jahr steigenden Umsatz erwarten. Vor allem die seit Jahren etablierten größeren Unternehmen planen, weitere Beschäftigte einzustellen und prognostizieren einen zusätzlichen Flächenbedarf, da sie sowohl Produktions- als auch Forschungskapazitäten ausbauen wollen.

Die Verfügbarkeit von Potenzialflächen zur Anmietung weiterer Flächen und zur Errichtung eigener Büro- und Laborflächen wird von den Firmen als kritisch eingeschätzt. „Wir erhalten zudem vermehrt Mietanfragen von Biotechnologie-Unternehmen aus dem Ausland. Berlin wird als attraktive Start-up- und Wirtschaftsmetropole wahrgenommen“, so Dr. Quensel. „Für Biotech-Unternehmen beziehungsweise Investoren, die Forschungs- und Produktionsgebäude sowie Laborbauten errichten wollen, bedarf es dringend zusätzlicher Flächen. Diese sollten sich in Nähe des Campus Berlin-Buch befinden, um die Synergien des Campus optimal zu nutzen.“

Für die Erweiterung des Biotechnologieparks ist die südliche Brunnengalerie vorgesehen. Im Rahmenplan Buch-Süd, der derzeit erarbeitet wird, wurden zusätzlich Flächen entlang der Autobahn identifiziert, die sich ebenfalls für eine gewerbliche Nutzung im Bereich Gesundheitswirtschaft anbieten würden. Hier könnten vorzugsweise Produktionsgebäude errichtet werden, die gleichzeitig zur Abschirmung der zu errichtenden Wohnungen von der Autobahn dienen könnten. Zur Erschließung des Areals für den Liefer- und Personenverkehr wäre eine Verlängerung der Max-Burghardt-Straße wichtig.

Gegenwärtig ist die Campus Berlin-Buch GmbH mit drei Firmen im Gespräch, die die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen zur Errichtung eigener Gebäude prüfen. „Wenn Unternehmen eigene Büro- und Laborflächen errichten, werden langfristig auch wieder Flächen für weitere wachsende Bestandsunternehmen verfügbar sein“, erklärt Dr. Christina Quensel. Die neue BioMed Start-up Factory wird voraussichtlich 2022 in Betrieb gehen. „Der internationale Campus Berlin-Buch wird künftig weiteren Start-ups in der Gesundheitswirtschaft modernste Labore und den Zugang zum Campus-Netzwerk bieten können. Damit können neue Arbeitsplätze in innovativen Branchen entstehen.“

Der Artikel erschien zuerst in der Ausgabe 2018/02 des Standortjournals buchinside

Download (PDF, 1.19MB)